▷ Brüderle: „Der Markt wirkt besser als Zwangsregulierung“ / Löhne in der Altenpflege …


Berlin (ots) – bpa Arbeitgeberverband zu den neuesten Zahlen des Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (BA)

Innerhalb eines Jahres ist das Medianentgelt von sozialversicherungspflichtigbeschäftigten Altenpflegefachkräften von 2.621 Euro (2016) auf 2.744 Euro (2017) um 4,69 Prozent angestiegen. Das Medianentgelt für Beschäftigte in allen Branchen ist im gleichen Zeitraum um 2,43 Prozent von 3.133 Euro (2016) auf 3.209 Euro (2017) gestiegen. Innerhalb von zwei Jahren (2015 auf 2017) sind die Löhne in der Altenpflege sogar um 7,31 Prozent gestiegen. Die aller Beschäftigten „nur“ um 4,05 Prozent.

Starke Sprünge gab es vor allem im Osten der Bundesrepublik. Dort sind die Löhne in zwei Jahren durchschnittlich zweistellig gewachsen. In Sachsen um 13,03 Prozent und in Sachsen-Anhalt sogar um 13,68 Prozent. Spitzenreiter im Westen ist Niedersachsen. Hier sind die Löhne innerhalb von zwei Jahren um 8,91 Prozent gestiegen.

Zu den für die Beschäftigten erfreulichen Zahlen erklärt bpa Arbeitgeberverbandspräsident, Rainer Brüderle:

„Die Löhne in der Altenpflege steigen kräftig. Das ist eine gute Nachricht für alle, die in der Altenpflege tätig sind. Sie steigen kräftiger als die Löhne über alle Branchen. Und die Löhne für Altenpflegerinnen und Altenpfleger steigen nicht aufgrund irgendwelcher politischer Interventionen. Sie steigen ganz von allein nach den Gesetzen des Marktes. Denn der Arbeitsmarkt für Altenpflegefachkräfte ist schon seit ein paar Jahren ein Bewerbermarkt. Das heißt, die Beschäftigten sind stark umworben und das macht sich auch deutlich bei den Löhnen bemerkbar.

Trotz enorm steigender Ausbildungszahlen wird der Mangel an Fachkräften in der Altenpflege auch in Zukunft anhalten und schon deshalb werden die Löhne völlig ohne politisches Zutun weiter deutlich steigen. Wie weit die Löhne schon an die politischen Forderungen herangerückt sind, belegt eine Zahl besonders. Kürzlich im ZDF Morgenmagazin gefragt, was ein Pfleger nach der Ausbildung seiner Ansicht nach verdienen sollte, antwortete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, 2.500 bis 3.000 Euro sollten möglich sein. Das Medienentgelt für Fachkräfte unter 25 Jahren lag laut BA im Jahr 2017 bei 2.531 Euro.

Die Diskussion um allgemeinverbindliche Tarifverträge, die allein für höhere Löhne sorgen würden, entlarvt sich mit diesen neuen Zahlen als das, was sie schon immer ist, als eine Debatte aus der politischen Mottenkiste. Die Politik sollte endlich für bessere Rahmenbedingungen sorgen, damit die fleißigen Unternehmerinnen und Unternehmer in der Altenpflege, auch zukünftig Fachkräfte im In- und Ausland gewinnen können. Dazu gehört endlich ein unbürokratisches Einwanderungsgesetz.“

Den Entgeltatlas finden Sie hier: http://entgeltatlas.arbeitsagentur.de

Zahlen aus dem Entgeltatlas der BA

Beruf: Altenpflege (Median der Vollzeitbeschäftigten)

Jahr 2015 2016 2017 15/16 16/17 15/17

Ba-Wü 2.871 EUR 2.937 EUR 3.036 EUR 2,30% 3,37% 5,75%

Bayern 2.830 EUR 2.875 EUR 2.989 EUR 1,59% 3,97% 5,62%

Berlin 2.430 EUR 2.528 EUR 2.690 EUR 4,03% 6,41% 10,70%

BRB 2.184 EUR 2.283 EUR 2.424 EUR 4,53% 6,18% 10,99%

Bremen zu wenige Zahlen verfügbar

Hamburg 2.713 EUR 2.806 EUR 2.922 EUR 3,43% 4,13% 7,70%

Hessen 2.573 EUR 2.631 EUR 2.736 EUR 2,25% 3,99% 6,34%

M-VP 2.092 EUR 2.180 EUR 2.319 EUR 4,21% 6,38% 10,85%

NDS 2.335 EUR 2.424 EUR 2.543 EUR 3,81% 4,91% 8,91%

NRW 2.777 EUR 2.801 EUR 2.917 EUR 0,86% 4,14% 5,04%

RLP 2.649 EUR 2.721 EUR 2.850 EUR 2,72% 4,74% 7,59%

SAAR 2.706 EUR 2.728 EUR 2.827 EUR 0,81% 3,63% 4,47%

Sachsen 1.949 EUR 2.050 EUR 2.203 EUR 5,18% 7,46% 13,03%

SAT 1.879 EUR 1.985 EUR 2.136 EUR 5,64% 7,61% 13,68%

SH 2.467 EUR 2.533 EUR 2.650 EUR 2,68% 4,62% 7,42%

TH 2.135 EUR 2.245 EUR 2.375 EUR 5,15% 5,79% 11,24%

Bund 2.557 EUR 2.621 EUR 2.744 EUR 2,50% 4,69% 7,31%

alle 3.084 EUR 3.133 EUR 3.209 EUR 1,59% 2,43% 4,05%

Stand: 9.8.18

Tabelle erstellt vom:

bpa Arbeitgeberverband e.V. Daten aus: entgeltatlas.arbeitsagentur.de

Pressekontakt:

Für Rückfragen: Olaf Bentlage, Tel.: 0173 / 7445529

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