Apple gibt Pläne für zweites europäisches iCloud-Rechenzentrum auf


Apple hat die Pläne für iCloud-Rechenzentren in Europa weiter zusammengestrichen. Der Konzern wolle die Konstruktion an dem Standort im dänischen Aabenraa nicht fortsetzen, wie die Kommune in der Region Süddänemark am Mittwoch mitteilte. Die Stadt liegt rund 30 Kilometer nördlich von Flensburg.

Apple habe in einem „kurzen Anruf“ mitgeteilt, man werde den Bau des Rechenzentrums nicht umsetzen und wolle das Land verkaufen. Es handele sich um eine „rein strategische Geschäftsentscheidung“, das Unternehmen werde sich stattdessen auf das Rechenzentrum in Viborg konzentrieren, wie der Bürgermeister mitteilte. Die Kommune sucht nun einen neuen Investor.

Die Entscheidung des Konzerns sei „völlig unerwartet“ gekommen, es habe eine lange Zusammenarbeit bestanden, um die Grundlagen für eines der weltweit größten Datencenter zu schaffen. Neben Apples ursprünglich geplantem Standort in Aabenraa habe sich inzwischen auch Google eine großes Fläche gesichert, so die Kommune.

Mit einer Investition von umgerechnet über 800 Millionen Euro wollte Apple in Aabanraa auf einem 285-Hektar-Areal eigentlich ein drittes iCloud-Rechenzentrum in Europa errichten, wie vor zwei Jahren in Aussicht gestellt wurde. Es sollte ursprünglich im zweiten Quartal 2019 ans Netz gehen und vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Das stabile dänische Stromnetz zähle zu den Gründen, warum der iPhone-Konzern zwei der Rechenzentren in Dänemark errichten wolle, teilte ein Apple-Manager damals mit.

Man stehe vor der Fertigstellung des Rechenzentrums im dänischen Viborg, betonte Apple auf Nachfrage von Mac & i – und wolle sich auf den Ausbau dieses Standortes konzentrieren statt das zusätzliche Datencenter in Aabanraa zu errichten. Auch das Rechenzentrum in Viborg solle zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gespeist werden.

2015 hatte der Konzern mit einer Milliardeninvestition in Aussicht gestellt, eigene Dienste wie iCloud und iMessage künftig in eigenen Rechenzentren für Kunden in ganz Europa zu beherbergen – und „hunderte“ von Arbeitsplätzen zu schaffen. Beim Bau eines in Irland geplanten iCloud-Rechenzentrums zog Apple vor einem Jahr die Reißleine, nachdem es über Jahre erhebliche Probleme mit Bürgerprotesten und Genehmigungen gegeben hatte. Die Arbeiten wurden dort gar nicht erst begonnen.


(lbe)



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