E-Motorrad im Test: Zero SR ZF 14.4


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Es war ein geschickter Schachzug der 2007 in Kalifornien gegründeten Firma Zero Motorcycles, ihre E-Motorräder ganz im Stil der traditionellen Zweiräder mit Verbrennungsmotor zu gestalten. Dabei hätten die Designer alle Freiheiten gehabt, schließlich mussten sie auf viele Details keine Rücksicht mehr nehmen: keinen Auspuff, keinen Kühler, keine Ansaugöffnungen für die Airbox, nicht einmal einen Tank bräuchte man. Man hätte das Elektromotorrad zum Beispiel in Form einer Banane mit einem Fahrradsattel bauen können oder gar wie die Johammer J1.150 aus Österreich, die aussieht wie eine Mischung aus Alukoffer und Biene Maja.

Wie ein normales Motorrad

Doch die Zero SR wirkt auf den ersten Blick wie ein ganz normales Motorrad. Ein schnittiges, leicht aggressiv gezeichnetes Bike mit kurzem, spitz zu laufendem Heck, massiven Rahmenoberzügen, elegant geformter Aluschwinge, schlanker Verkleidung und einem Scheinwerfer, der verdächtig nach der alten Yamaha MT-03 aussieht. Erst auf den zweiten Blick bemerkt der aufmerksame Betrachter, dass sich hinter der Verkleidung kein Verbrennungsmotor befindet, sondern ein schwarzer Block. Die Batterie braucht reichlich Platz und ist dennoch gut getarnt.

Der Elektromotor sitzt kaum sichtbar dahinter, etwa auf Höhe des Schwingendrehpunkts. Der von Zero selbst entwickelte, bürstenlose Z-Force-Motor arbeitet mit einem Permanentmagneten und kommt ohne Flüssigkeitskühlung aus. Für das Modelljahr 2018 wurde der Zero-Antrieb gründlich überarbeitet und kann in der leistungsstärksten Version Zero SR ZF 14.4 wahrlich beeindrucken. Die Batterie bietet eine Kapazität von 14,4 kWh.

Irrwitzig

Die Zero SR hat eine Nutzleistung von 51 kW und liefert 146 Nm Drehmoment – in einem nur 188 Kilogramm schweren Motorrad. Was nichts anderes bedeutet, als dass das Elektrobike irrwitzige Beschleunigungen zulässt, und zwar nahezu lautlos.

Das Ohr ist es gewohnt, laute Verbrennungsgeräusche bei einem Motorrad zu hören und dieses Detail fehlt plötzlich in der Wahrnehmung. Entsprechend oft bekommt der Zero-Fahrer offene Münder und irritierte Blicke am Straßenrand und in Autos zu sehen. Es ist ein bisschen wie in einem Science-Fiction-Film. Die Beschleunigung von Stadtgeschwindigkeit 50 km/h auf Tempo 100 verläuft mit der Zero SR im Sport-Modus gefühlt so rasant wie mit einem 200-PS-Superbike.

Kein Getriebe

Die Zero hat kein Getriebe, entsprechend gibt es weder Kupplung noch Gangschaltung. Für viele hört sich das vielleicht erst einmal abschreckend an, doch man gewöhnt sich erstaunlich schnell daran. Der linke Fuß ist arbeitslos, die linke Hand nur dafür zuständig, den Blinker oder die Hupe zu betätigen. Die Zero SR hat soviel Kraft, dass sie mit Direktantrieb auskommt. Der Antrieb zum Hinterrad erfolgt per wartungsarmen Zahnriemen aus Carbonfaser.

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