Einer statt zwei PC-Speicherriegel? | c’t Magazin


¯ Ich brauche akut einen neuen PC, den ich mir selbst zusammenbauen will. Da derzeit aber die RAM-Preise so hoch sind, will ich erst einmal nur einen 8-GByte-Riegel verbauen und mir in ein paar Monaten einen zweiten gönnen. Klappt das oder muss man Speichermodule paarweise einbauen?

¯ Mainboards für Desktop-PCs funktionieren auch mit einem einzigen Riegel; manchmal muss dieses Dual Inline Memory Module (DIMM) in einem bestimmten Speicher-Slot stecken; in welchem, verrät das Mainboard-Handbuch. Später können Sie weitere DIMMs nachrüsten.

Die meisten aktuellen Prozessoren enthalten Speicher-Controller mit zwei RAM-Kanälen – daher der Hinweis auf den Hauptspeicher-Ausbau mit paarweise gleichen Modulen. Wenn die Speicherkanäle mit gleich „organisierten“ DIMMs bestückt sind (dazu gleich mehr), dann nutzt der Prozessor die Kanäle parallel und verdoppelt die Datentransferrate. Das klingt nach einem großen Vorteil, bringt in vielen praktischen Anwendungen, die man typischerweise auf Desktop-PCs und Notebooks nutzt, allerdings Geschwindigkeitsvorteile nur im einstelligen Prozentbereich. Deshalb ist es nicht weiter tragisch, wenn Sie zunächst nur einen einzigen Speicherriegel einsetzen.

Bei AMD-Prozessoren mit integrierter Grafik profitiert letztere deutlich von hohen RAM-Transferraten: Wenn es also auf möglichst hohe 3D-Performance der integrierten Prozessorgrafik (IGP) ankommt, ist Zweikanal-Speicher vorteilhaft. Schnelleres RAM bringt zudem Servern und einigen rechenintensiven Programmen Vorteile. Daher haben High-End-PC-Plattformen vier RAM-Kanäle und es gibt Server mit sechs oder gar acht RAM-Kanälen pro CPU. Um hier auf die volle Transferrate zu kommen, müssen Sie jeweils vier, sechs oder acht gleich organisierte DIMMs in die richtigen Fassungen stecken – welche das sind, erklärt wiederum das Handbuch.

Wenn Sie auf maximale Transferrate aus sind, müssen Sie beim Nachkauf des zweiten 8-GByte-Riegels genau aufpassen: Der sollte ebenso viele Speicherchips (SDRAMs) besitzen wie ihr erster. Speichermodule können bei gleicher Kapazität nämlich unterschiedlich organisiert sein: Ein 8-GByte-DIMM kann mit acht 1-GByte-Chips bestückt sein, die man auch 8-GBit-Chips nennt. Man spricht dann von einem Single-Rank-(SR-)DIMM. Es gibt aber auch 8-GByte-Riegel mit sechzehn 4-GBit-Chips als Dual-Rank-(DR-)DIMMs. Mit einer Mischung dieser beiden DIMMs würde der Zweikanalbetrieb nicht funktionieren – der PC läuft aber trotzdem.

Andererseits wiederum funktioniert der Zweikanal-Modus auch dann, wenn Sie zu einem 8-GByte-SR-DIMM mit acht 8-GBit-Chips ein 16-GByte-DR-DIMM mit sechzehn 8-GBit-Chips stecken. Dann haben Sie insgesamt 24 GByte, von denen der Speicher-Controller die unteren 16 GByte zweikanalig ansteuert und die restlichen 8 GByte einkanalig.

Der Speicherbus läuft dabei stets mit der Taktfrequenz und den Latenzen des langsamsten eingebauten Moduls. Wenn Sie also beispielsweise ein DDR4-2666-DIMM mit einem DDR4-2400-DIMM mischen, dann läuft das gesamte RAM als DDR4-2400 mit 1,2 GHz und Double Data Rate (DDR). Übertaktermodule, die höhere Frequenzen und kurze Latenzen erst bei höheren Spannungen und manueller Konfiguration im BIOS-Setup erreichen, sollten Sie meiden: Es ist oft schwierig, später ein Modul nachzukaufen, das dieselben Spezialparameter wie ein bereits vorhandenes hat. Das klappt viel einfacher, wenn Sie ein Modul mit Standardparametern wie DDR4-2400-17-17-17 oder DDR4-2666-19-19-19 nehmen. (ciw@ct.de)



Diese News stammen aus unserem Partnernetzwerk : https://www.heise.de/ct/hotline/Einer-statt-zwei-PC-Speicherriegel-3989886.html?wt_mc=rss.ct.themen.atom
Originalbild mit freundlicher Genehmigung von heise.de