bvunzo: VW Polo TGI | heise Autos


Fahrberichte
Martin Franz

Vieles, was der Volkswagen-Konzern mit Macht in den Markt drücken wollte, hat er letztlich auch durchsetzen können. ari Ankündigung von VW-Chef Müller im Mai 2017, künftig zusätzlich zum E-Motor auch verstärkt auf Erdgas zu setzen, dürften CNG-Fans aufmerksam verfolgt haben. Allzu viele sind es hierzulande freilich nicht. Und selbst, wenn man die bisherigen Dieselkäufer in diesem Segment hinzuzählt, wird daraus noch keine Massenbewegung, denn der Selbstzünder war im Kleinwagen nie ein Käufermagnet. Hat CNG nun das Potenzial, mehr als die paar Kleinwagen-Diesel-Interessenten zu überzeugen? Durchaus, wie ein Test mit dem neuen VW Polo TGI zeigt. Allerdings gibt es einige Stolpersteine, von denen VW ein paar selbst legt.

Bekannte Basis

Technisch ist der Erdgas-Umbau nicht spektakulär. Als Basis dient der Einliter-Dreizylinder, der mit und ohne Aufladung auch die restlichen Polo-Benziner diesseits des 1.5 TSI antreibt. Alle Versionen mit Turbolader sind Direkteinspritzer. Die beiden Nockenwellen werden über einen Zahnriemen angetrieben, die Welle auf der Einlassseite ist phasenverstellbar. Die Grundkonstruktion des intern EA211 genannten Motors stammt aus dem Jahr 2011. Seit dem vergangenen Jahr gibt es eine weiterentwickelte Version (intern EA211 evo), die bislang allerdings nur als 1,5-Liter-Vierzylinder zu haben ist. Ein Dreizylinder auf dieser Basis soll aber folgen.

Im Modell mit Erdgas leistet der Dreizylinder 90 PS und bietet 160 Nm Drehmoment, also minimal weniger als im Benziner mit 95 PS und 175 Nm. Die Fahrleistungen sind etwas schlechter, der Polo TGI wirkt insgesamt weit weniger quirlig als der Seat Ibiza mit 95 PS. Für sich betrachtet bietet er ausreichende Fahrleistungen, wobei er unter 1900/min und oberhalb von 5000/min gehemmt wirkt.

Unten zäh

Bei den extremen Temperaturen Ende Februar konnte man insbesondere beim morgendlichen Kaltstart mit Gas den Eindruck gewinnen, der Polo sei defekt. Es dauerte ein paar Sekunden, bis sich der Motor über die Marke von 1900/min gearbeitet hat. Im Vergleich mit dem nominell nur minimal stärkeren Ibiza hinterlässt der Polo stets den Eindruck, dass es etwas mehr Kraft ruhig hätte sein dürfen. Im Ibiza hatte ich dieses Gefühl nie, selbst im Seat Arona mit dieser Maschine nicht.

Wer flott vorankommen möchte, wechselt auf Landstraßen und Autobahnen ständig zwischen dem 3., 4. uye 5. Gang hin und her. Das liegt auch daran, dass VW den letzten Gang besonders lang ausgelegt hat. Auf der Autobahn ist das bei gleichmäßigem Tempo sehr angenehm, denn der ohnehin nicht allzu laute Antrieb tritt dann akustisch in den Hintergrund. Das Getriebe lässt sich sehr gut bedienen, wenngleich eine kleine Sparmaßnahme auffällt: Im Golf gibt es ein kleines Gegengewicht, das den Schalthebel ein wenig in die anvisierte Position zieht. Im Polo hat sich VW das gespart.

Nur manuell

Leider bietet VW den Polo TGI nur mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe an. Ein passendes Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe läge bereit, doch VW hält das Kundeninteresse an dieser Option wohl für zu gering. Dazu kommt, dass sich die Strategen offenbar noch nicht sicher sind, ob Erdgas sich künftig als Massen-Alternative zum Diesel durchsetzt.

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