Vorstellung: Mercedes eCitaro | heise Autos


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Wolfgang Gomoll

Die Entwicklung ist absehbar, egal wie fest man die Augen vor ihr verschließen mag: Immer mehr Menschen ziehen in Städte. 1950 lebten knapp 30 Prozent der Weltbevölkerung in Städten. Das waren damals rund 750 Millionen. In zwölf Jahren, so eine Prognose der Vereinten Nationen, werden es 60 Prozent sein, was dann rund 5 Milliarden Menschen entspricht. In Deutschland liegen wir aktuell bei fast 76 Prozent, mit steigender Tendenz. Die Folgen sind vielfältig: knapper Wohnraum in den Ballungszentren, soziale Probleme und vieles mehr.

Auch der innerstädtische Verkehr wird zu einer Herausforderung. Die Zahl der Pendler aus dem Umland steigt, was unter anderem mit den steigenden Wohnkosten zusammenhängt. Der daraus resultierende Verkehrsinfarkt auf den Straßen ist vielerorts kein fernes Szenario, sondern bereits da. Eine weiter steigende Zahl von Einwohnern bedingt neue Ideen, um dem zu begegnen. Wer sich auch nur ansatzweise mit der Thematik beschäftigt, dem wird rasch klar, dass die derzeitige Quote des Individualverkehrs dauerhaft unmöglich zu halten ist. Alternativen müssen her.

Eine davon ist der öffentliche Personennahverkehr, der so attraktiv gestaltet werden muss, dass er eine relevante Zahl von Menschen dazu bewegt, dass eigene Auto in der Stadt nur in Ausnahmefällen zu nutzen. Gleichzeitig muss er seinen Teil zu einer sinkenden Schadstoffbelastung in der Stadt beitragen. Ein Weg dazu könnten Busse mit Elektroantrieb sein, wie sie beispielsweise in Braunschweig schon seit längerer Zeit getestet werden.

eCitaro

Im Vorfeld der IAA Nutzfahrzeuge (20. bis 27. September 2018 in Hannover) stellt Mercedes seinen Beitrag zu diesem Thema vor. Der Stadtbus eCitaro ist keine Studie, sondern ein Serienmodell, das noch in diesem Jahr an die ersten Kunden ausgeliefert werden soll. Hamburg, Berlin und die Metropolregion Rhein-Neckar werden zu den ersten gehören, die die neuen eCitaro bekommen.

Die Lithium-Ionen-Batterie wird in Module aufgeteilt, die jeweils etwas mehr als 24 kWh Kapazität haben. Serienmäßig sitzen vier im Heck und zwei auf dem Dach. Wahlweise können zwei oder vier zusätzliche Module auf dem Dach montiert werden, womit die Gesamtkapazität auf bis zu 243 kWh steigt. Es gibt für Busse drei Verbrauchszyklen, die, ähnlich wie beim Pkw der „neue europäische Fahrzyklus“ (NEFZ) und der „Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure“ (WLTP) eine Vergleichbarkeit zwischen allen Modellen herstellen soll. Die Abkürzung „SORT“ steht für „Standardised On Road Testcycles“. Sort 1 soll den Verbrauch im „schweren Stadtverkehr“ abbilden, Sort 2 den leichten. Sort 3 simuliert den Vorortverkehr.

150 km im SORT 2

Die Reichweite des eCitaro wird im SORT 2 angegeben und unterscheiden sich je nach Ausstattung und Temperaturen enorm. Mit der Maximalbestückung von 10 Modulen soll der Bus im SORT 2 150 Kilometer schaffen – unter sommerlichen Bedingungen. Im Winter sollen es 110 Kilometer sein. Für Kunden mit höherem Bedarf soll es einen Range Extenender geben, der vorerst aus einem konventionellen Verbrennungsmotor besteht. Später will Mercedes hier eine Brennstoffzelle einsetzen.

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