Streit um Funkstandard für Auto-Kommunikation


Kurzmeldungen

In Europa baut sich ein Streit darüber auf, wie vernetzte Autos untereinander und mit der Infrastruktur am Straßenrand kommunizieren sollen: per WLAN oder über das Mobilfunk-Netz. Über einen sogenannten delegierten Rechtsakt der EU-Kommission, die



Sollte sich Europa auf einen Sonderweg einigen, drohen Verzögerungen beispielsweise beim autonomen Fahren. Das wollen die Hersteller unbedingt verhindern.

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Bild: BMW


zumindest zunächst für die Kurzstrecke auf WLAN setzt, soll am Mittwoch (17. April 2019) das Europäische Parlament debattieren. Wenn das EU-Parlament oder der Rat der Mitgliedsländer bis Mitte Mai keine Einwände erheben, tritt der Rechtsakt in Kraft.

Vor diesem Hintergrund werden die Anhänger der Mobilfunk-Lösung aktiver. So riefen BMW und die Deutsche Telekom in einem gemeinsamen Brief Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf, ein Veto gegen den Rechtsakt der Kommission einzulegen. „Deutschland sollte im Rat darauf dringen, dass der delegierte Rechtsakt in der jetzigen Form von der EU-Kommission zurückgezogen und neu vorgelegt wird – in einer tatsächlich technologieneutralen Form“, heißt es in dem Brief, der der dpa vorliegt. „Der delegierte Rechtsakt führt Europa in eine technische und politische Sackgasse.“

In dem Rechtsakt der Kommission heißt es, für die Kommunikation auf kurzen Entfernungen sei das Format ITS-G5 ausgereift, getestet und bereits im Einsatz. Es basiert auf WLAN-Technologie und arbeitet in einem speziell dafür reservierten Frequenzspektrum von 5,9 Gigahertz. Zugleich sieht die Kommission den Einsatz des 3G- und 4G-Mobilfunks für die Kommunikation auf längere Entfernung und zur Infrastruktur am Straßenrand – wie etwa vernetzte Ampeln – vor. Das auf Mobilfunk-Technologie für alle Einsatzfälle basierende Format V2X sowie der 5G-Datenfunk könnten später integriert werden, heißt es in dem Rechtsakt.

BMW und die Telekom kritisieren nun in dem Brief an Scheuer, die WLAN-Lösung sei nur eine Übergangstechnologie. „China nutzt ausschließlich C-V2X, auch die USA tendieren zu diesem Standard.“ Diese Technik sei „anders als vielfach behauptet“ schon heute einsatzbereit. Und sie könne die bestehenden LTE-Netze nutzen, während die WLAN-Lösung eine „parallele Infrastruktur“ mit erheblichen Investitionskosten benötige. Die Autohersteller dringen auf eine global einheitliche Lösung, um nicht für jeden Markt eine eigene Technologie aufbauen zu müssen.



(dpa) /

(mfz)

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